Sonntag, 6. März 2016

Kreative Techniken

Hier stelle ich euch einige der Techniken vor, die ihr in meinen Kreativ-Workshops kennenlernen oder vertiefen könnt:


NASS IN NASS-TECHNIK
Lass dich überraschen!

Auf nassem Papier entstehen Strukturen, die nicht vorhersehbar sind und deshalb unser Unbewusstes mobilisieren, unsere Phantasie anregen.
Etwas dickeres Zeichenpapier ein paar Minuten in einer Wanne einweichen, glatt auf eine Unterlage (z.B. Plexiglasscheibe) aufziehen und mit verdünnter Gouache, Acrylfarbe oder Wasserfarbe malen. Besonders effektvoll: flüssige Ostereierfarbe! Sehr schöne Ergebnisse erzielst du auch auf nassem Leinen.

Nach dem Trocknen kannst du die entstandenen Formen mit einem Tuschestift (Fineliner) hervorheben, verbinden und verändern.





SPACHTELTECHNIK
Trau dich!
Du hast keine Malerfahrung aber hast schon mal mit einer Spachtel eine Wand ausgebessert oder mit einer Teigspachtel einen Kuchen mit Creme bestrichen? Dann trau dich! Hier muss nichts glatt und schön werden. Du darfst mit der Spachtel auch wild und grob arbeiten.
Verwende festes Papier oder noch besser Karton als Untergrund. Du kannst auch ganze Schachteln mit dieser Technik bearbeiten oder die Farbe auf Holzfaserplatten auftragen. Zum Auftragen der Farbe (dicke Farbe wie Acryl, Gouache, Kaseintempera, Kleisterfarbe, aber auch feste Wandfarbe oder Silikon) kannst du Spachteln aus dem Baumarkt, Teigspachteln aus der Küche oder Kartonstreifen nehmen. Für zusätzliche Strukturen kannst du z.B. Kämme verwenden, oder Kartonstreifen, in die du Zacken geschnitten hast. 




PASTELLTECHNIK
Keine Berührungsängste!
Gemalt wird auf eher rauem Papier. Auch buntes Naturpapier ist sehr gut geeignet.
Der Vorteil trockener Pastellkreiden liegt darin, dass du alle Konturen und Farbflächen verwischen kannst, am besten mit der Hand. Du kannst immer wieder neue Farben und Formen darübersetzen, deinem Bild dadurch Tiefe und Ausdruck geben. Du kannst das fertige Bild mit Fixier- oder Haarspray fixieren.
Der Vorteil von Ölpastellkreiden liegt darin, dass du mit ihnen sehr schnell etwas skizzieren und ausgestalten und rasch große Formen oder Flächen füllen kannst, ohne dass etwas verrinnt oder Trockenzeit erforderlich ist. Ölpastellkreiden gibt es auch wasservermalbar! 




SCHICHTTECHNIK
Malen statt der 5. Tasse Kaffee und der 10. Zigarette!
Wenn du Stress abbauen und dich entspannen willst, kann dich diese Technik dabei unterstützen. Wenn du den Malgrund und die Farbe erst vorbereitet hast, kannst du die Technik z.B. ideal in Stresszeiten für deine Bildschirmpause verwenden.
Man verwendet glatten Zeichenkarton, weicht ihn einige Minuten in Wasser ein, streicht ihn dann glatt auf eine Malunterlage (z.B. Acrylplatte oder Schreibunterlage) und klebt ihn an den Rändern mit Papierklebeband fest. Nach dem Trocknen(!) malt man mit sehr stark verdünnter Farbe, z.B. Gouache, Wasserfarbe oder Ostereierfarbe, zum Entspannen am besten spontan und ohne Gestaltungsabsicht. Bevor man die nächste Schicht (mit derselben oder einer weiteren Farbe) aufträgt, muss die erste Schicht gut trocknen! Das macht sie, während du erholt und ausgerastet am Computer weiterarbeitest. Wenn du willst, kannst du wochenlang Schicht um Schicht am selben Bild weitermalen (verdünnte Farbe in verschließbaren Gläsern aufheben und vor Verwendung schütteln).






MODELLIEREN
Lass dein Unbewusstes formen!
Du brauchst dazu eine mindestens faustgroße Menge Ton (oder andere Modelliermasse). Wenn du diese Masse ohne die Absicht, etwas Bestimmtes zu formen, mit deinen Fingern und Händen bearbeitest, am besten mit geschlossenen Augen, wirst du überrascht sein, was du dabei empfindest und was dabei entsteht. Deine Hände können dabei starken Gefühlen wie Wut oder Angst genauso im Ton Ausdruck verleihen, wie auch diese Spuren wieder überarbeiten, verwischen, umformen. Welche Erinnerungen sind dabei aufgetaucht? Welche Assoziationen hast du, wenn du die Augen abschließend öffnest und dir ansiehst, was dein Unbewusstes geformt hat?




KONTRASTE
Licht und Schatten - spannende Gegensätze
Kontraste kannst du in deinen Bildern auf unterschiedliche Art setzen, z.B. indem du Komplementärfarben oder kalte und warme Farbtöne nebeneinandersetzt. Du kannst aber auch ein Bild in deiner Lieblingsfarbe malen, der du dann Weiß, Grau oder Schwarz beimengst, um sie aufzuhellen oder abzudunkeln. Je nachdem, für welche Art du dich entscheidest, wirst du eine anregende, vielleicht sogar aufregende Wirkung oder einen beruhigenden, besänftigenden Effekt erzielen.
Am besten lassen sich diese Kontraste mit Acryl-, Gouache-, oder Deckfarben erzielen. Versuche auch einmal, dabei mit deinen Fingern zu malen.




MEDITATIVES MALEN
Lass dein Unbewusstes malen!
Suche dir einen ruhigen Platz und bereite deine Malutensilien vor. Du kannst Gouache-, Acryl- oder Deckfarben genauso verwenden wie Buntstifte, Öl- oder Pastellkreiden. Am besten klebst du das Zeichenblatt mit Kreppband auf der Unterlage fest, damit es beim Malen dann nicht verrutscht. Du kannst leise Musik machen oder eine Kerze anzünden. Setz dich an deinen Malplatz, schließe die Augen und versuche, ruhig zu atmen. Beobachte deinen Atem, lass ihn kommen und gehen, genau wie die Gedanken, die auftauchen, ohne dass du sie festhältst. Wenn du dich ruhig fühlst, öffne die Augen und beginne, ohne etwas Bestimmtes darstellen zu wollen, zu zeichnen oder zu malen. Bleibe, wenn dein Bild fertig ist, noch eine Weile still davor sitzen. Häng dein Bild an einem Ort auf, wo du stressgefährdet bist. Ein kleineres Bild könntest du auch als Lesezeichen in deinen Terminkalender legen. So kannst du die Entspannung ein Stück weit in den Alltag mitnehmen.





SCHRAFFUR
Was will sich da zeichnen?
Es ist sehr entspannend, mit Bleistift, Buntstift, Kohle oder Rötelstift zu schraffieren. Dabei setzt du vorerst ohne Gestaltungsabsicht kurze, parallele Striche aufs Blatt und drehst dieses beim Arbeiten. Du kannst dabei auch die Augen schließen. Immer wieder kreuzt du beim Stricheln bereits schraffierte Flächen mit neuen Linien, sodass allmählich Verdichtungen entstehen, die, wenn du nun die Augen öffnest, Assoziationen hervorrufen. Nun kannst du diese erahnten Formen gewollt weiter ausarbeiten und verdichten. Sieh dir an, welche Bilder und Symbole dir dein Unbewusstes geschickt hat.
Wenn du Tempo aus deinem Alltag nehmen willst, versuche einmal, mit kurzen, gekrümmten Linien zu schraffieren. Um in Fluss zu kommen, könntest du mit Buntstift in Rot, Gelb und Blau schraffieren und geschwungene Linien über das ganze Blatt führen. Du wirst staunen, welche Bandbreite an Farben und Strukturen sich dabei ergeben und wie unterschiedlich kurze und lange Linienführung wirken.
Natürlich kannst du in dieser Technik auch geplant gestalten und deinen Motiven Licht und Schatten geben.






PIGMENTE
Misch dir deine Lieblingsfarben selbst!
Pigmente sind zu feinem Pulver gemahlene Farbstoffe (entweder aus Mineralien oder chemisch erzeugt). Du brauchst eine Trägersubstanz, ein Bindemittel, um mit ihnen malen zu können. Das kann z.B. einfacher Tapetenkleister sein, aber auch Kasein-Tempera (aus Topfen und einem Spritzer ammoniakhaltigem Putzmittel) oder Ei-Tempera (aus Eidotter, Wasser und Leinöl zu gleichen Teilen, gut in einer Flasche schütteln!). Schon kannst du dich an den selbstgemachten, satten Farben freuen und malen.
Noch spannender wird es, wenn du dir auch deine eigenen Pigmente suchst. Sieh dich in Haus und Garten um. Welche trockene Substanz könnte gemeinsam mit Bindemittel Malfarbe ergeben? Experimentiere mit Paprika, Kurkuma, Ruß, Holzasche, Henna, Erde…Wichtig ist, dass diese Stoffe eine feinpudrige Konsistenz haben (ev. mit dem Mörser zerreiben) damit sie sich gut mit der Trägersubstanz verbinden. Du wirst sehen: es hat etwas archaisches, mit diesen selbstgemachten Malmitteln zu malen wie unsere Vorfahren vor Jahrtausenden.





GOLD
Gönne deiner Kreativität etwas Kostbares
Es muss ja nicht gleich echtes Blattgold sein. Auch mit Schlagmetall kannst du schöne Effekte erzielen und Details in Bildern oder auf Objekten, denen du einen besonderen Stellenwert geben willst, auf edle Weise hervorheben. Trage mit einem sauberen Pinsel auf die Fläche, die vergoldet werden soll, Anlegemixtur auf, lass sie 5-15 Minuten trocknen und schneide vorsichtig ein Stückchen vom hauchdünnen Schlagmetall in der entsprechenden Größe ab. Lass es auf die Klebefläche gleiten und dann tupfe und reibe so lange mit einem sauberen Borstenpinsel darüber, bis die Fläche vergoldet ist.
Auch mit einem Goldlackstift kannst du Details in Bildern wirkungsvoll betonen.
Eine weitere Möglichkeit, deine Kreativität zu vergolden ist Goldprägefolie. Schneide die Folie in der gewünschten Größe zu, lege sie auf einen dicken Stapel Zeitungspapier und zeichne direkt auf der Rückseite der Folie mit einem weichen Bleistift. Das Bild erscheint dann spiegelverkehrt und plastisch auf der anderen Seite der Folie.





DRUCK
Alte Technik im neuen Kleid
Während Techniken wie Kupferstich, Holzschnitt oder Linolschnitt schon einiges Können voraussetzen und Verletzungsgefahr bergen, kannst du Styrodurdruck, Spontandruck und Monotypie einfach und wirkungsvoll ohne Vorkenntnisse einsetzen. Du brauchst dafür eine Acrylglasplatte und eine Gummiwalze zum Auswalzen der Druckfarbe und eine Schaumgummiwalze, um Zeichen- oder Naturpapier fest an den Druckgegenstand zu drücken. Beim Styrodurdruck zeichnest du dein Motiv mit Bleistift oder Kugelschreiber direkt auf ein Stück Styrodur. Die Linien, die sich dabei eingeprägt haben, erscheinen dann spiegelverkehrt auf deinem Druck.
Beim Spontandruck färbst du strukturierte Oberflächen (Textilien, genoppte Folien, Blätter...) mit der Druckerfarbe ein und drückst sie mit der Schaumgummiwalze (Papier zwischenlegen!) aufs Zeichenblatt.

Bei der Monotypie legst du ein Blatt Papier direkt auf die Platte mit der ausgewalzten Farbe und zeichnest darauf (oder auf ein zwischengelegtes Blatt) mit einem weichen Bleistift dein Motiv. Auf der Rückseite des Papiers drückt sich das Motiv dann spiegelverkehrt in Druckerfarbe ab.





COLLAGE
Aus dem Vollen Schöpfen

Bei einer Collage werden üblicherweise Teile auf einer Arbeit vereint, die ursprünglich nicht zusammengehörten. So entstehen ganz neue Sinnzusammenhänge. Du kannst dabei Bilder und Wörter aus Illustrierten ausschneiden, auf deinem Blatt anordnen und ev. noch mit Linien oder Farbe verbinden. Du kannst aber auch die vorgefundenen Bilder rein als Farbgeber betrachten, die färbigen Flächen in kleine Stücke schneiden und diese mit Kleister auf deinem Bild wie gemalte Pinselstriche zu einem Motiv verbinden. Eine weitere Möglichkeit ist, plastische Objekte oder Strukturen auf einer Trägerplatte aus Karton oder Holzfaser anzuordnen. Deiner Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Übermale, überdecke, lege frei, tu, was dir gefällt. Dein Unbewusstes wird dich dabei tatkräftig unterstützen.







BUNTSTIFT
Im Altvertrauten neue Möglichkeiten entdecken
Sicher hast du schon in deiner Kindheit mit Buntstiften gezeichnet. Falls du sie aus deinem Erwachsenenleben verbannt hast: zu Unrecht, denn in ihnen steckt mehr, als du in der Schulzeichenstunde erfahren hast! Du kannst nicht nur konkrete Gegenstände oder Figuren zeichnen und ausmalen, sondern auch ohne Darstellungsabsicht zeichnen. Verwende weißes oder buntes, nicht zu glattes Papier, Größe A5 oder A4.

 Bedecke das ganze Blatt dicht an dicht mit Kreisen oder Ellipsen unterschiedlicher Größe. Welche Strukturen entstehen dabei? Woran erinnern sie dich? Lass nach einiger Zeit dein Bewusstes die entstandenen Strukturen ausgestalten und fortsetzen.
 Zeichne Ornamente oder Symbole, oder verwende wasservermalbare Buntstifte auf nassem Papier.
Du kannst, indem du in kurzen, dicht gesetzten Strichen strichelst, auch Farbräume in warmen oder kalten Farbtönen schaffen und dabei wirkungsvoll Licht und Schatten ins Bild bringen.




LAMPEN
Wünsch dir was!
Alles, was du für diese sehr sinnliche Technik brauchst, sind leere Gurken- oder Marmeladengläser, frische oder getrocknete Blüten, Blätter und Samen (möglichst flach), Tapetenkleister und Hut-oder Butterpapier. Dann kannst du aus den Naturmaterialien jene aussuchen, die dich ansprechen bzw. die dein Thema oder deinen Wunsch symbolisieren können. Schneide das Papier in der entsprechenden Größe zu, bestreiche erst das Glas mit Kleister (am besten geht das mit der Hand) und ordne die Naturmaterialien darauf an. Dann wickle das Glas fest ins Papier ein und streiche dabei alle Luftblasen weg. Lass die Lampe an einem warmen Ort trocknen. Schreibe deinen Wunsch auf ein kleines Zettelchen oder denke dir einen Haiku aus (dreizeiliger japanischer Vers mit dem Silbenmaß 5-7-5), der für dein Thema/deinen Wunsch steht. Rolle das Zettelchen ein und binde es mit Bast oder Schnur oben ans Glas. Teelicht hineinstellen und  schon ist die Lampe bereit, dein Thema oder deinen Wunsch zu beleuchten.





MOSAIK
Keine raschen, aber dauerhafte Ergebnisse!
Egal, ob du in der Gruppe eine ganze Wand mit Mosaik belegst, alleine ein Bild auf Holzfaserplatte oder einen Blumentopf beklebst: erwarte keine raschen Ergebnisse. Dafür wirst du am Ende lange Freude am Produkt vieler Stunden haben. Ausgangsmaterial sind in jedem Fall Fliesen, die mit dem Fliesenschneider in Stücke geschnitten und mit Flex-Fliesenkleber auf den Untergrund geklebt werden. Auch flache Steine und Glasbruch (von Sicherheitsglas) kann verwendet werden. Nach dem Trocknen wird die Arbeit noch mit Fugenmasse verfugt.  Wundere dich nicht, wenn bei der Arbeit mit den Mosaikteilchen alle möglichen Assoziationen, Erinnerungen oder Gefühle auftauchen: Schließlich ist auch unser Leben ein Mosaik, das sich aus vielen Einzelteilchen zum Ganzen formt, und manche müssen erst gefunden werden. Diese Technik ist eine Möglichkeit, sie aus dem Unbewussten auftauchen zu lassen.





NATUR- und RECYCLING-MATERIALIEN
Spielen, improvisieren, erfinden
Zeitungspapier, leere Plastikflaschen, Zweige, Samen, Rinde…Lass dich vom Vorhandenen inspirieren, das kreative Kind in dir wird es dir danken, weil es in unserer auf Leistung und Ergebnisse ausgerichteten Gesellschaft ohnedies nur allzu oft im Schatten steht. Hier muss weder Schönes noch Nützliches entstehen. Schneiden, Kleben, Flechten, Verbinden und Trennen: erspüre die Materialien und freu dich an dem, was deine Hände tun.
Du bist fertig? Woran erinnert dich das Entstandene? Gib ihm einen Namen, erfinde, welche Funktion es für dich erfüllt (neben jener, dich für ein paar Stunden aus Stress und Alltagstrott herausgeholt zu haben).




Melde dich zu einem Schnupper-Workshop (1h nur 3 €) in Langenlois an!
Terminvereinbarung per Mail oder telefonisch

Das flexible Atelier
Erika Köchl, Kreativtrainerin

dasflexibleatelier@gmail.com
0043 699 1947 1259

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